Hörspiel-Reihe „Anne auf Green Gables“ CD 1 + 2
Label: Titania Media
Erscheinungsjahr: 2008
Rezension von Angelika

Auf CD 1 finden sich Kapitel 1 – 10, also von Annes Ankunft in Avonlea bis zu ihrer „Entschuldigung“ bei Mrs. Lynde.
CD 2 beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschehnisse auf CD1. Dann folgen die Kapitel 11 – 18 (Sonntagsschule bis Rettung von Minnie May).
Wie Hr. Gruppe von Titania Medien in seinem Interview erwähnte, wurden kaum Kürzungen vorgenommen. Soweit mir aufgefallen ist, wurde bisher einzig die Geschichte mit der Amethyst-Brosche etwas gestrafft. Meiner Meinung nach hat ihr das keineswegs geschadet.
Cover / Design:
Die Cover-Illustrationen, zusammen mit dem dezent dunkelgrünen Rahmen vermitteln genau die richtige nostalgische Stimmung. Die weiße Schrift des Titels ist gut leserlich, aber nicht schmucklos.
Das Bild auf CD 1 zeigt Anne, die, mit ihrer Tasche am Schoß auf einer Bank vor der Bahnstation von Bright River wartet. Anne wirkt für mein Empfinden hier zu wenig kindlich, und etwas zu stämmig.
Am Cover von CD 2 sieht man Anne, in einem Buch lesend, unter einem Baum sitzen. Im Hintergrund Green Gables. Diese Abbildung entspricht mehr meinem Bild von Anne.

Die hier gebotenen Infos sind mir etwas zu wenig.
Auf der Cover-Rückseite finden sich neben einer kurzen Inhaltsangabe die Namen der SprecherInnen der Hauptrollen, mit Erwähnung der Stars, die sie normalerweise synchronisieren, sowie die üblichen Werbebotschaften.
Auf der Rückseite des Booklets werden alle Sprecher und ihre Rollen aufgelistet, sowie die Credits. Warum nirgends erwähnt wird, wem wir die wunderschöne Musik zu verdanken haben, verstehe ich nicht.
Die Booklet-Innenseite (bei beiden CDs identisch) finde ich ziemlich enttäuschend. Ohne entsprechende Überschrift, bekommen wir hier die Inhaltsangabe / Werbebotschaft für die nächste Staffel, „Anne in Avonlea“ (erhältlich ab Herbst 2008). Dies ist etwas verwirrend. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte da ein falsches Booklet in Händen. Weiters findet sich ein Hinweis auf „Anne in Kingsport“ (erhältlich im Frühjahr 2009).
Wenn es nach mir ginge, hätten ein paar nähere Informationen zu den SprecherInnen nicht geschadet, vielleicht sogar mit Fotos. So hat man aber, neben den allernotwendigsten Infos, hauptsächlich Eigenwerbung. Und die mehrfache Erwähnung der Hollywood-Stars, die normalerweise von den SprecherInnenn synchronisiert werden.
Die SprecherInnen und das „Drumherum“:
Ich bin keine Hörspiel-Spezialistin. Nichts desto Trotz traue ich mich zu sagen, dass hier fast alle SprecherInnen eine Spitzenleistung bieten. Einzig Rachel Lynde nervt. Und sie ist die erste der handelnden Personen, von der man etwas hört. Ihre Aufregung wirkt übertrieben, aber gleichzeitig monoton. Außerdem habe ich, wegen der Erwähnung am Cover, immer Whoopi Goldberg als Mrs. Lynde vor Augen. Bei aller Wertschätzung für Frau Goldberg, aber das passt irgendwie nicht.
Anne, Marilla, Matthew sind hervorragend!
Marie Bierstedt nimmt man die kleine, fantasievolle Anne absolut ab. Dagmar von Kurmin trifft genau die richtige Mischung aus Strenge und Humor, die Marilla auszeichnet, und Jochen Schröder spricht einen wortkargen und milden Matthew. Alles so, wie es gehört. Uschi Hugo ist eine liebenswürdige Diana. Simon Jäger als Gilbert beeindruckt mich vor allem damit, dass er den Tonfall und die Stimmlage eines halbwüchsigen Burschen überzeugend rüberbringt.
Die dezent eingesetzte, unaufdringliche Musik und DER Erzähler Lutz Mackensy weben einen stimmungsvollen Rahmen.
Die Geräusche werden so gezielt eingesetzt, dass sofort klar ist, ob sich eine Szene im Freien oder drinnen abspielt, und ob sich die Personen gerade fortbewegen oder nicht. Dabei tönen sie aber nie in den Vordergrund.
Fazit:
Alles in Allem handelt es sich um eine liebevolle Produktion, an der es kaum was auszusetzen gibt. Ich freu mich schon auf CDs 3 und 4!
(8 von 10 Punkten)
(Bilder mit freundlicher Genehmigung durch Titania Medien)